Wenn, wie bei Y-Tours, der Verpflegungsnachschub meistens klappt oder die Möglichkeit besteht, sich aus im Lande vorhandenen Lebensmitteln zu ernähren (gegen Bezahlung!), bist du fein raus, bekommst deine Mahlzeiten regelmäßig serviert, schmackhaft (?) sind sie auch noch und reichlich dazu.
Dein Pech aber, wenn alles den Bach runter geht, außer den Türen nichts mehr klappt und du deine Eiserne Ration schon vor Tagen befehlswidrig verzehrt hast. Mit diesem Problem sind wohl fast alle Soldaten schon einmal konfrontiert worden.
In diesem Fall bist du gezwungen, dich im Supermarkt der Natur zu bedienen, du mußt nur wissen wie!
Vier große Regale zur Selbstbedienung im Survivalfall stehen dir dort zu Verfügung:
Je mehr du dich mit deren Inhalt vertraut machst, um so größer sind deine Chancen, heil nach Hause zu kommen und als Greis deinen Enkeln Gruselgeschichten („Es war einmal dein Opa......) erzählen zu können.
Aber denke immer daran: Außer im Survivalfall ist Jagen Wilderei und wird zu Recht streng bestraft!
Aus diesem Grund bauen wir alle unsere Fallen als funktionstüchtige Modelle und zerstören sie nach der Ausbildung wieder.
Tierische Nahrungsmittel
In der ersten Phase eines Survivalfalles hast du mit Sicherheit keine Zeit, durch Jagen und Fischen das gewohnte 6-gängige Menü auf den Tisch des Hauses zu zaubern; es bleibt dir nichts anderes übrig, als durch Sammeln deine Nahrung zu beschaffen. Neben den pflanzlichen Nahrungsmitteln wimmelt es von kleinen Getier, das du verzehren kannst.
Beachte dabei die folgenden Faustregeln:
Tierische Nahrungsmittel
Alle europäischen Tiere sind Jagdwild
Amphibien |
Insekten |
Reptilien |
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Säugetiere |
Vögel |
Würmer und Maden |
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Achtung
Bei größeren Tieren deuten geschwollene oder verfärbte Lymphdrüsen auf Krankheiten hin!
Fleisch immer längere Zeit kochen oder braten, um evtl. Gifte zu neutralisieren.
Verletzungen der eigenen Haut beim Häuten und Zerlegen wegen der Gefahr von Wundinfektionen vermeiden.
Nichts wegwerfen, alles ist verwendbar!
Haut. Wenn die Haut weiter verwendet werden soll, z.B. zum Gerben, wird die Beute gehäutet, die Haut straff in einen Rahmen oder über einen Stein o. Ä. gespannt, von Fettresten durch Schaben befreit und zur vorläufigen Konservierung geräuchert. Sonst lässt man die Haut an der Beute und brät sie mit. Besonders die Haut von Geflügel schmeckt gebraten sehr gut. Oder denk mal an das Spanferkel im Sommerbiwak!
Blut ist ein hervorragendes Nahrungsmittel, reich an Vitaminen und Mineralien.
Därme können zur Herstellung von Schnüren verwendet werden. Der Darminhalt wird entfernt und der Darm unter gleichzeitiger Spannung und Drehung langsam getrocknet. Ein Huhn liefert ca. 80 cm Schnur. Außerdem dienen sie zum Anfertigen von Würsten.
Die Harnblase großer Säugetiere ist, aufgeblasen und getrocknet, ein wunderbarer Behälter für Wasser oder kleingeschnittenes, gesalzenes und mit Fett gemischtes Fleisch.
Sehnen werden unter Spannung getrocknet. Sie sind dann ein hervorragendes Nähmaterial. Zum Gebrauch werden sie weichgekaut und mehrfach geteilt.
Knochen ergeben sehr nahrhafte Brühe. Sie können in jeder Mahlzeit mitgekocht werden. Frische Knochen sind ein gutes Brennmaterial. Außerdem dienen sie als Werkstoff für Pfeil- und Speerspitzen und Angelhaken.
Krallen eignen sich bei entsprechende Bearbeitung gut für Angelhaken.
Nicht verwendbare Reste sind immer noch gut für Köder.
Das leichteste Jagdwild sind Kaninchen.
Von Kaninchenfleisch allein kann man nicht überleben, egal wie viel man auch zu sich nimmt!. Kaninchenfleisch enthält kaum Mineralien; so ist der Körper bemüht, sich diese auf andere Weise zu beschaffen: er baut seine eigenen ab. Das Ergebnis ist Kaninchenskorbut, eine Mangelkrankheit, die nur langfristig durch entsprechende Ernährung geheilt werden kann. Eine für Menschen ungefährliche Krankheit der Kaninchen ist die Myxamatose; der einzige Hinweis darauf sind weiße Punkte in der Leber.
Insekten, Maden und derenLarven sind reich an Proteinen, Fetten und Kohlehydraten. Ekel muß und kann man überwinden. In vielen Ländern gelten Larven als Leckerbissen. Hervorragende Fischköder.
Würmer sind leicht und in großer Menge zu sammeln. Darminhalt ausstreifen. An der Sonne oder am Feuer austrocknen. Trockenmasse pulverisieren. Pulver wird eher akzeptiert als Wurm. Hervorragendes proteinreiches Nahrungsmittel. Schmeckt allerdings mistig.
Muscheln, Schnecken, Krebse und Frösche (von Fröschen nur die Schenkel) werden immer mindestens 1 Stunde lang gekocht.
Schnecken niemals braten oder grillen (Infektionsgefahr).
Pflanzliche Nahrungsmittel lernst du nur durch Erfahrung kennen, niemals aus Büchern. Aber auch hier haben wir vorgesorgt. Klicke mal den Punkt: Ungeniesbarkeitvon Pflanzen an.