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Survivalhandbuch der RK 19 Bielefeld-Mitte

17. Zubereiten von Nahrungsmitteln

 Kochen und Braten sind zwei Seiten der gleichen Münze. Während du beim Kochen nur Temperaturen bis max. 100° erreichst, werden beim Braten wesentlich höhere Temperaturen erreicht. Kochen und Braten  tötet  Bakterien und Parasiten in der Nahrung, neutralisiert weitgehend Gifte und macht die Nahrung appetitlicher und leichter zu verdauen. Koche nie länger als erforderlich, denn zu langes Kochen zerstört wichtige Nahrungsbestandteile.

Ein paar Tipps für den heimatlichen Herd :       

Leber darf nur frisch verwendet werden, Sie muß geruchlos, glatt und frei von weißen  Flecken und harten Stellen sein.

Entferne die Gallenblasesehr sorgfältig aber wirf sie nicht weg: schon ein Tropfen Galle macht deine Beute ungenießbar! Unter deine Schuhsohlen geschmiert lenkt Galle evtl. Suchhunde von deiner Spur ab. Oder gib ein paar Tropfen auf deine Fallen.

Das Herz muss vor dem Braten zuerst in heißen Wasser etwa 2-3 Minuten abgekocht werden, oder es wird in Scheiben geschnitten im Stew  mit gekocht.

Nieren zusammen mit Kräutern gekocht sind eine leckere Angelegenheit.  Ihr weißes Fett wird ausgelassen und eignet sich sehr gut für eine langfristige Aufbewahrung, zur Anfertigung von Kerzen und Pemmikan.

Wirf den Kopf deines Beutetieres nicht fort. Häute ihn und entferne Augen, Ohren und Zunge. Danach koche ihn auf kleiner Flamme mindestens 90 Minuten. Leckere Suppe!! Oder nimm ihn mit auf den Marsch; dann hast du einen Kameraden zur Unterhaltung!

Gehirn , kleingeschnitten und zusammen mit Knochen gekocht, bildet eine schnittfeste Sülze.

Koche die Zunge in der Haut und entferne diese vor dem Verzehr.

Sammel Blut in einem Gefäß und lass es zugedeckt solange an einem kühlen Ort stehen, bis sich Blutwasser und Blutkörperchen getrennt haben. Forme aus den Blutkörperchen eine Kuchen und trockne ihn am Feuer; er ist eine prima Einlage für Suppen.

  Wenn du Knochen auskochen willst, lege sie nie in heißes Wasser: das Eiweiß wird gerinnen und ist nur schlecht aus den Knochen zu entfernen. Lege die Knochen in kaltes Wasser und erhitze es langsam, bis sich Fettaugen auf der Oberfläche bilden, dann kannst du sie mit größerer Hitze kochen.

· In der Not frisst der Teufel Fliegen und du den Mageninhalt deiner Beute, da er bereits vorverdaut ist. Wasche die Kutteln und simmere sie sehr langsam mit Kräutern. Ist dein Hunger noch nicht groß genug, reinige den Magen und koche ihn im Stück. Vor dem Verzehr musst du nur noch die zähe Magenhaut entfernen.

Sind die Lungen rosa und frei von Verunstaltungen, darfst du sie problemlos kochen, ansonstens verwendest du sie als Köder.

Schwanz und Füße deiner Beute musst du häuten; danach langsam zu Suppe oder Stew  kochen.

Därme sind ideale Wursthäute. Der Darminhalt wird herausgestreift und der Darm in fließenden Wasser gewendet. Die nun innen liegende Außenseite ist weitgehend steril. Fülle sie mit einer Mischung aus Blutkuchen, Fett und sehr fein gehackten Fleisch. Salz verbessert den Geschmack und verlängert die Haltezeit genau so wie Räuchern.

Alle Fische verderben schnell. Fische immer in sprudelnd heißem Wasser etwa 10 Minuten kochen.

Insekten und Würmer werden am besten gekocht und in einem Gefäß kleingerieben. Oder sie werden am Feuer getrocknet, zu Pulver zerrieben und zu Suppen oder Stew gegeben.

Beim Kochen von Eiern in der Schale musst du an einem Ende ein kleines Loch in die Schale schlagen, da das Ei sonst durch den inneren Dampfdruck zerplatzt. Einfach in nicht zu heiße Asche legen. Liegt ein Embryo im Ei, kannst du ihn in der Glut rösten.

Gemüse werden gewaschen und solange gekocht, bis sie zart sind. Oder sie werden zum Fleisch in den Kochtopf gegeben kurz bevor das Fleisch gar ist.

Wurzeln müssen mindestens 5 Minuten gekocht werden, danach werden sie unter der heißen Asche des Feuers gegart.

Alte Vögel haben zähes Fleisch und müssen etwa 30 Minuten gekocht werden. Junge Tiere werden mit Früchten oder Kräutern ausgestopft und geröstet.

Reptilien habe an Schwanz und Hinterteil das beste Fleisch mit viel Fett. Sie werden ausgenommen und in heißer Asche unter regelmäßigen Wenden geröstet. Wenn die Haut aufplatzt, löse das Fleisch aus und koche es kurz ab.

Manche außereuropäische Schlangen sondern Gifte über ihre Haut ab oder haben  Giftdrüsen im Kopf. Diese niedlichen Zeitgenossen musst du zuerst häuten und den Kopf abtrennen. (Wollte ich mal im Zoo ausprobieren! Leider wurde ich ertappt und bekam lebenslanges Hausverbot!)

Frösche musst du immer häuten, bevor du sie röstest.

Flechten und Moose werden über Nacht  eingeweicht und ins Stew gemischt.

Maden , auf heißem Stein oder Klappspaten geröstet, schmecken wie Eier.  

Pflanzliche Nahrungsmittel.

 

Niemals größere  Mengen einer Pflanze ohne gründliche Prüfung essen.

Niemals annehmen, dass von Tieren gefressene Pflanzen auch von  Menschen ohne

gesundheitliche Beeinträchtigung verdaut werden  können.

Zu deren Zubereitung ist nicht viel zu sagen. In der Regel werden Pflanzen und Pflanzenteile gekocht. Dicke Knollen und Wurzeln können in heisser Asche geröstet werden.

Das Cambium, die Bastschicht zwischen Rinde und Holz, aller europäischen Bäume ist essbar. Die beste Zeit zur Ernte ist das Frühjahr. Von nahe am Boden oder weit abstehenden Ästen ernten.

Rinde und Cambium gemeinsam abziehen. Rinde enthält meist zu viel Tannin (Bitterstoff), um eßbar zu sein, ergibt aber guten Tee gegen Magenbeschwerden.

Cambium abschälen,  kann roh gegessen werden. Mit einer flachen Blechdose, deren Boden von innen her mit einem Nagel wie bei einer Küchenreibe durchbohrt ist, kann das Cambium leicht  zerrieben werden.

Längeres Köcheln läßt das Cambium zu einer gelatineartigen Masse werden. Gelantine rösten und als Mehlersatz verwenden.

Da es unmöglich ist, an dieser Stelle eine Übersicht aller geniessbaren Pflanzen zu bringen, verweise ich auf die Tests zur Bestimmung geniessbarer und ungeniessbarer Pflanzen.

Heilpflanzen.

Ackerschachtelhalm                                 : Niere, Blase

Baldrian                                                     : Nerven, Schlaf, Magen, Darm

Bärentraube                                              : Blase, Niere

Birke                                                          : Blase, Niere; Rheuma

Brennessel                                                : Niere, Blase

Echter Eibisch                                          : Atemwege

Faulbaum                                                  : Verstopfung

Fenchel                                                     : Atemwege, Magen, Darm

Frauenmantel                                           : Magen, Darm, Durchfall

Gänsefingerkraut                                     : Magen, Darm

Hagebutte                                                 : Atemwege, Blase, Niere

Hauhechel                                                 : Niere, Blase

Heidelbeere                                             : Atemwege, Durchfall, Magen, Darm

Hirtentäschelkraut                                   : Nasenbluten,

Holunder                                                  : Atemwege

Hopfen                                                     : Nerven, Schlaf

Johanniskraut                                         : Nerven, Schlaf

Kamille                                                    : Atemwege, Magen, Darm

Linde                                                       : Atemwege

Löwenzahn                                             : Leber, Galle, Magen, Darm

Malve                                                      : Atemwege

Melisse                                                   : Magen, Darm, Nerven, Schlaf

Pfefferminze                                           : Magen, Darm, Leber, Galle

Rosmarin                                                : Magen, Darm, Rheuma

Salbei                                                      : Magen, Darm, Atemwege

Schafgarbe                                             : Leber, Galle, Magen, Darm

Spitzwegerich                                         : Atemwege

Tausengüldenkraut                                 : Magen, Darm

Wacholder                                               : Magen, Darm

Weide                                                      : Rinde als Tee oder roh: Schmerzmittel 

Weißdorn                                                 : Herz, Kreislauf


Giftpflanzen (Fettdruck=Kontaktgift)

Aronstab.              

Besenginster.        

Bilsenkraut – alle Teile, Samen sind bitter.

Bittermandeln – 60 Stück sind wegen des Blausäuregehaltes für Erwachsene tödlich.                 

Bohne (Gift wird durch Kochen zerstört).                

Christrose.             

Eibe.                       

Eisenhut – alle Pflanzenteile.         

Fingerhut, rot – vor allem die Blätter.     

Gefleckter Schierling.              

Germer.                  

Goldlack                                                  

Goldregen -Blüten.

Herbstzeitlose - Blüten.

Maiglöckchen –Blüten und Blätter. 

Hundspetersilie.     

Kartoffel (Nur die Blätter).

Kollenblätterpilze – tödliche Wirkung erst nach 8 Stunden.                

Lebensbaum.         

Lupine.                   

Oleander.               

Pfaffenhütchen.     

Rizinus.                  

Rote Zaunrübe .   

Scharfer Hahnenfuß.          

Schöllkraut.            

Seidelbast.

Stechapfel – Frucht.                   

Tollkirsche – alle Teile.                      

Wasserschierling - Wurzel.                  

Zypressen-Wolfsmilch.         


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