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Survivalhandbuch der RK 19 Bielefeld-Mitte

23. Kommandostruktur

Falls es in einer Gruppe von Überlebenden keine eindeutige Kommandostruktur gibt, muss eine Führungsriege aufgebaut werden, welche die Verantwortlichkeiten regelt. Dabei wird sich schnell herausstellen, wer wirklich eine Führungspersönlichkeit oder wer ein Blender ist. Ein Blender als Führer wird innerhalb kürzester Zeit den überlebenswichtigen Zusammenhalt der Gruppe zerstören.

Eine Gruppe besonders in Notsituationen zu führen, ist schwer. Erst dann zeigt es sich ob die Führungskraft kompetent, belastbar und gerecht ist, auch und gerade unter Stress! Je qualifizierter er ist, desto weniger wird er angezweifelt. Er muss fähig sein, seine Entscheidungen gegen den Willen der Gruppe und ggf. mit Zwang durchzusetzen. Er wird sich infolgedessen mit den Ängsten und Aggressionen seiner Leute konfrontiert sehen und sich in jeder nur denklichen Situation um sie kümmern.

Der strikteste Führungsstil ist der autoritäre wie beim Militär. Der Nachteil ist oft ein schlechter Teamgeist. Neid, Günstlingswirtschaft und Aggressionen sind oft die Folge. Die Vorteile sind die oft guten Leistungen infolge des massiven Drucks und die schnelle Entscheidungsfähigkeit solcher Gruppen. Unterstellt, dass der Führer der Gruppe sein militärisches Handwerk, und damit auch die Führung der auf sich gestellten Gruppe, beherrscht, heißt das noch lange nicht, dass er auch mit den Problemen des Survivals vertraut ist. Jeder Vorgesetzte ist gut beraten, in solchen Fällen auf die Kenntnisse seiner Untergebenen zurückzugreifen. Einmal täglich sollte ein „Chinesisches Parlament“ einberufen werden, während dessen jeder ohne Rücksicht auf den Dienstgrad seine Meinung sachlich vortragen kann. Danach entscheidet der Führer; aber jeder weiß dann auch, warum er so entscheidet. Das ständige Meckern hört dann auf.

Der demokratische Führungsstil findet sich eher bei privat organisierten Reisegruppen. Zwar gibt es einen Anführer, aber er fungiert mehr als Erster unter Gleichen, denn als „Großer Zampano“. Der Vorteil einer solchen Gruppe ist die gehobene Motivation, die bessere Arbeitsmoral und das bessere Betriebsklima. Der Nachteil ist die geminderte Entscheidungskraft einer solchen Gruppen, wenn erst lang und breit darüber diskutiert wird, was zu tun ist.

Der unbrauchbarste Führungsstil ist der des „Jeder-macht-was-er-will.“ Wenn du in einer solchen Gruppe landest, gibt es nur eines: Setz dich ab und versuche allein durchzukommen. Bittere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Überlebensrate solcher Gruppen stark gegen Null tendiert!


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