Besonders als Soldat im Versteck ist es von lebenswichtiger Bedeutung, dass du unsichtbar bleiben musst, um nicht den Kameraden von der anderen Feldpostnummer in die Hände zu fallen. Klare Sache, sagst du, wir tarnen uns - haben wir ja in der Grundausbildung und der Vollausbildung gelernt. Leider liegen die besonders für den Reservisten leider schon Monate oder gar Jahre zurück und die meisten der Kenntnisse sind schlicht und ergreifend vergessen worden. Außerdem, und das ist nur den wenigsten bewusst, haben sich die technischen Aufklärungsmittel weiterentwickelt, mit denen dir die Konkurrenz zu Leibe rückt. Daher gebe ich dir 10 Tipps, wie du dich in den „Modernen Zeiten“, (sehr frei nach Charlie Chaplin) fast unsichtbar machen kannst. Zum grossen Teil befassen sie sich mit der Tarnung von Kfz, aber sie sind hilfreich.
Bevor du dich tarnst, versetze dich in die Lage deiner Gegner. Stelle dir so genau wie möglicht vor, von welchen Standorten du das Versteck beobachten kannst und beobachte dein Versteck von diesen Punkten aus.
Denke in verschiedenen physikalische Spektren. Mit anderen Worten, berücksichtige nicht nur das, was du mit deinen Augen sehen kannst, sondern denke auch an Infrarot und Radar. Auch wenn die meisten Leute nur mit den Augen aufklären, denke auch an Restlichverstärker und Bildverstärker.
Verwende in Dörfern und Städten Tarnmaterial aus den unmittelbaren Umgebung um deine Ausrüstung so zu tarnen, dass scharfabgegrenzte rechteckige kastenförmige Tarnungen entstehen.
Benutze dein Tarnnetz nur in einer natürlichen Umgebung. Denke daran, dass die Farbe deines Kfz infrarot-refektierend ist, also lass die Tarnung dort weg. Durch einen Bildverstärker betrachtet, ist das um Längen besser als alles, was du unternehmen kannst.
Verwendest du natürliches Tarnmaterial in einer bebauten Gegend, wirst du gesehen werden. Ein Tarnnetz neben dem Gebäude einer Fabrik ist auffällig. Sucht dich dein Gegner in der Stadt und findet dich nicht sofort, wird er seine Augen ausruhen lassen und sucht sich dazu automatisch einen grünen Fleck: Das ist dein Tarnnetz (Ade, du schöne Welt!).
Jede militärische Aktion erzeugt ein multi-spektrales Bild, ob du willst oder nicht. Die beste Methode, etwas völlig zu verstecken, ist das verstecken in einer Höhle. Natürlich behindert das deinen Kampf, aber das Prinzip ist ok. Sieh also zu, dass du ein stabiles Hindernis zwischen dich und den Gegner bringst, das nicht von den Aufklärungssensoren durchdrungen werden kann. Schon wenn du nur den Motor deines Fahrzeuges gut versteckst, wird sein Wärmebild verschwinden.
Betrachte die Nacht als Tag, oder als Wetterbedingung.
Hast du eine Rettungsdecke, verhülle mit ihr den Motorraum und lege das Tarnnetz darüber. Lass aber in jedem Fall eine Zwischenraum, um die Wärmeabstrahlung zu reduzieren.
Baue einen Kasten aus Steinen und Balken, um Motor und Auspuff zu tarnen, verwische alle Spuren.
Passe dich deiner Umgebung an. Eine getarnte Fläche ist wirkungsvoller als ein nur mit wenigen Gräsern getarnter Helm.
Tarnmaterial aus Städten und Dörfern darf nicht im Gelände verwendet werden. Es absorbiert mehr Licht als es reflektiert und zieht den Blick des Gegners auf sich.
Bei kurzen Halten, wenn die Zeit nicht für eine Tarnung reicht, decke alle schimmernden Fahrzeugteile ab. An besten ist es, wenn du schon vorher den Pinsel in die Hand nimmst. Wende den Motor deines Kfz immer der dem Gegner abgewandten Seite zu. Stelle Fahrzeuge nie nebeneinander ab.
Denke in drei Dimensionen: die tolle Tarnung einer Fläche nutzt nichts, wenn alles darüber verdächtig ausschaut.
Bei der Tarnung ist etwas besser als nichts. Wenn du nur Tarncreme hast, nimm sie.
Und denke immer daran:
„Was man sehen kann, kann man treffen. Was man treffen kann, kann man töten.“
Jeder in der Gruppe wird alle, auch die unbequemen, Arbeiten verrichten müssen, außer seine Kenntnisse und Fähigkeiten sind so bedeutend für die Gruppe, daß jede andere Arbeit eine Verschwendung von Ressourcen bedeuten würde, z.B. als Fährtensucher oder Jäger (oder Wetterfrosch, wenn er Hühneraugen hat).
Regelmäßige Beschäftigung vertreibt die Langeweile. Verwundeten können leichte Tätigkeiten zugewiesen werden. Mindestens drei Personen sollten ständig im Lager sein, um zu beobachten und ggf. das Signalfeuer zu bedienen, falls man auf Rettung hofft. Außerhalb des Lagerbereiches gehen grundsätzlich zwei Mann auf Streife oder Jagd.
Im Lager werden strengste Hygienerichtlinien befolgt.
Latrine und Abfallgrube werden entfernt vom Lager und nie in der Nähe der Wasserplätze errichtet, aber nicht soweit, dass die Benutzung mit längeren Wegen unbequem wird. Deutliche Wegemarkierungen sind hilfreich, aber nicht im Versteck.
Benutze keine Desinfektionsmittel, auch wenn du welche hast; ihr Geruch reicht bis zu 200 m weit. Verwende statt dessen pulverisierte Holzkohle vom Feuer. Decke Latrinen nach Benutzung immer ab. Sie locken Fliegen unwiderstehlich an. Also achte auch auf dem Marsch auf Ansammlungen von Fliegen: sie zeigen auf Latrinen (und Kadaver), und damit ggf. auf die Anwesenheit von Menschen. Fülle Latrinen nach der Benutzung mit Holzkohle und Erde auf.
Abfälle werden vor dem Verlassen des Lagers wenn möglich verbrannt. Hast du dazu aufgrund der Lage keine Möglichkeit, vergrabe den Abfall mindesten 50 cm tief. Und wenn das auch nicht klappen sollte, musst du den Abfall eben mitschleppen bis zur nächsten Gelegenheit; denn du willst ja keine Spuren hinterlassen.
Zerlege deine Jagdbeute immer an der Trapline, niemals im Lager.
Bewahre Nahrungsmittel immer hoch über dem Boden und entfernt vom Lager auf.
Verschließe vorhandene Behälter sofort nach Benutzung.
Bewahre deine Ausrüstung so auf, dass Verlust durch Feuer oder Beschädigung durch Feuchtigkeit verhindert wird.
Halte im Lager Ordnung : Jedes Teil hat seinen bestimmten Platz, und nur diesen! Falls du nachts das Lager fluchtartig verlassen musst, findest du jedes Teil wieder. (Und wie haben wir als Rekruten über die Schrankordnung geflucht!! Bis zum nächsten Maskenball!)
Persönliche Hygiene ist genau so wichtig wie Wasser, Feuer und Nahrung. Ich kenne einen Kameraden, der während einer 14-tägigen Ausbildung kein einziges Mal seine Vorhaut gereinigt hat. Der Erfolg war eine gewaltige Entzündung, die erst nach drei Monaten abgeheilt war! In dieser Zeit ist er als bevölkerungspolitsches Element ausgefallen.
Nimm anstelle gewöhnlicher Seife desinfizierende Seife mit. Hast du keine Seife, kannst du sie aus tierischen oder pflanzlichen, niemals aus mineralischen, Fett und Holzasche machen. Zuviel Holzasche in der Mischung trocknet die Haut aus und macht sie empfindlich gegen Entzündungen. Eine Zugabe von Wilden Meerrettich, einen Sud aus Eichenrinde oder Eicheln oder Piniensamen macht die Seife antiseptisch. Kastanienblätter enthalten Saponin und dienen zerrieben als Seifenersatz.
Die Anfertigung provisorischer Werkzeuge, die Reparatur und der Gebrauch von Werkzeugen, die Techniken der Holzbearbeitung muss man üben, beschreiben kann man sie schlecht.
Die Anfertigung und der Gebrauch von Seilen und Knoten usw. kann man sich ebenfalls nur durch Übung aneignen. Allerdings wirst Du immer dann Gelegenheit haben, einfache Schnüre oder auch Seile anfertigen zu müssen, falls dein mitgebrachter Vorrat zu Ende geht. Ranken wie Wein, Hopfen, Knöterich und Efeu, Gras, Wasserpflanzen, Brennnesseln, Bast der Linde, Weidenrinde, Haare, Wolle, Tiersehnen oder manche Plastikfolien sind geeignetes Grundmaterial. Nimm ein Bündel von Pflanzen und wringe es wie ein Wäschestück. Wenn das Bündel zusammenhält oder wenn du einen Knoten machen kannst, ist das Material geeignet.
Im Sommer werden die dicken Stängel von Brennnesseln 2-3 Stunden gewässert. Danach schlitzt man die Stängel der Länge nach auf und entfernt den im Inner der Pflanze wachsenden Strang. Die so behandelten Stränge werden zu Schnüren geflochten. Alte, noch nicht angefaulte Stängel eignen sich am besten.
Haut, Leder oder Plastik werden von der Mitte aus spiralförmig in lange Streifen geschnitten. Damit vermeidest du das Zusammenknoten kurzer Stücke; denn ein Knoten verringert die Reißfestigkeit um 50%!