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Trackinghandbuch der RK 19 Bielefeld-Mitte

14. Altersbestimmung von Zeichen

Der Anfänger im Tracken, der die in den vorherigen Kapiteln beschriebenen Techniken ernsthaft anwenden will, wird schnell herausfinden, wie wichtig eine genaue Bestimmung des Alters von Zeichen ist. In diesem und im nächsten Kapitel wollen wir diese Kenntnisse noch weiter vertiefen und uns mehr der praktischen Anwendung zuwenden. Wie wir im Kapitel 15 sehen werden, entscheidet die Technik oft über Leben und Tod. Die Altersbestimmung von Zeichen ist eine der schwierigsten Techniken beim visuelle Tracken und kann nur durch Geduld und eine gehörige Portion Genauigkeit nach Praxis und Erfahrung gemeistert werden.

Die Wichtigkeit eines Zeitfensters.

Die zu untersuchenden Zeichen müssen wir aus folgenden Gründen in ein Zeitfenster stellen:

Die vier Faktoren.

Im Kapitel 4 hast du gelernt, daß 4 Faktoren die Zeichen des Zielobjektes beeinflussen

Wir wollen uns nun damit beschäftigen, wie Zeichen altern, während andere Faktoren zunächst einmal unberücksichtigt bleiben.

Das Gelände als Medium.

In vielen Fällen ist es für dich hilfreich, sich das Gelände als ein Medium vorzustellen, auf welchen das Zielobjekt schreibt oder malt, wenn es durch- oder überquert. Was es schreibt oder malt sind die Zeichen. Was uns nun zu beschäftigen hat ist die Geländebeschaffenheit, die entweder das Zeichen zuläßt oder nicht, oder, wenn ja, für welche Zeit.

Über die Dauerhaftigkeit eines Zeichens hast du schon im Kapitel 3 erfahren, daß sie entweder dauerhaft oder nur temporär auftreten. Es ist hilfreich, die Beschaffenheit des Bodens bei der Altersbestimmung mit in die Überlegungen einzubeziehen:

Klima- und Wetterbedingungen.

So wie wir die Zeit in unsere Überlegungen mit einbezogen haben, müssen wir nicht nur die Klima- und Wetterbedingungen mit einbeziehen, sondern auch ihren Einfluß auf die Zeichen. Wenn das Zeichen dem Einfluß der Elemente offen ausgesetzt ist, wird es selbstverständlich stärker deren Einflüssen ausgesetzt als wenn es durch die Umgebung geschützt ist.

Das soll an einem Beispiel erläutert werden. Ein Gegenstand, wie ein Stück Stoff, eine Zeitung, eine alte Feuerstelle oder Losung wird unterschiedlich schnell altern, wenn es sich auf einem gepflügten Feld oder unter dem Dach eines Waldes befindet.

Der Tracker muß also feststellen, wie stark das Zeichen den Klima- und Wetterbedingungen ausgesetzt ist und sie mit denen der letzen Tage oder Stunden vergleichen.

Die Fähigkeit, eine Altersbestimmung genau durchzuführen, ist nur eine Frage von Erfahrung und ständiger Übung, aber gleichgültig, wie groß die Erfahrung des Trackers auch ist, einige Geländearten werden ihm nur ein sehr grobes Zeitfenster zur Verfügung stellen, in welchen das Zielobjekt die Zeichen verursacht hat. Aber mit den Techniken, die im nächsten Kapitel beschrieben werden, wirst du in der Lage sein, auch im schwierigen Gelände die Geheimnisse des Zielobjektes zu enträtseln, vorausgesetzt, du nutzt alle Beweise.

Nachdem du nun über die Geländebeschaffenheit (das Medium) und darüber, wie stark oder wie schwach es den Klima- und Wetterbedingungen ausgesetzt ist, nachgedacht hast, wirst du nun andere Techniken kennenlernen, um genauere Informationen zu erhalten.

Vergleich von Farben.

Einen Hinweis auf das Alter von Zeichen kannst du aus dem Grad der Trocknung von niedergetretenen oder geknickten Gras erhalten. Frisches Gras ist grün, während niedergetretenes oder geknicktes Gras nach ein paar Tagen braun wird.

Brechen und Vergleichen von Stöcken und Ästen.

Findest du eine Zweig oder Ast, der möglicherweise vom Zielobjekt geknickt oder gebrochen wurde, nimm einen frischen Zweig oder Ast der gleichen Art, knicke oder breche auf die gleiche Weise und vergleiche die Bruchstellen. Ein frischer Bruch hat eine helle Farbe und eine genauere Untersuchung der Bruchstelle wird dir fast immer hervorstehende Fasern zeigen, Diese Fasern verschwinden nach einiger Zeit und die Farbe wird dunkler.

Bild 28: Brechen und Vergleichen von Stöcken und Ästen.

Vergleich von Eindrücken.

Der Vergleich des eigenen Fußabdrucks unmittelbar neben dem des Zielobjektes mit dessen Tiefe und Beschaffenheit ist ein weiteres Hilfsmittel zu Altersbestimmung.

Zeitfenster durch Niederschläge.

Regen, Nebel und Tau übersähen Spuren durch ihre von oben herabfallende Tropfen und damit zu weniger Informationen führen. Daher sind diese mit Tropfen markierten Spuren vor oder während des Regens entstanden. Wenn sie nicht markiert sind, können sie erst danach entstanden sein. Sie geben dir mit einem Vergleich zum Wetter einen gute Anhaltspunkt für das Alter der Spur. Wenn du z.B. eine Spur um 12 Uhr findest und schwerer Regen um 2 Uhr nachts gefallen ist, die Spur aber keine Markierungen durch Tropfen aufweist, kannst du sagen, daß die Spur nach dem Regen innerhalb eines Zeitfensters von 10 Stunden gelegt wurde.

Wind.

In Wäldern fallen Blätter und Nadeln ständig zu Boden. Die Stärke der Bedeckung hängt ab von der Jahreszeit und von der Windstärke nach dem Zeitpunkt, an dem das Zielobjekt die Stelle passierte.

Überlagerte Wildspuren.

Die meisten Tiere ruhen während des Tages und werden erst nachts aktiv, und viele Arten, wie z.B. Rotwild bewegen sich auf der gleichen Spur von ihren Ruheplätzen zu den Futter- und Wasserstellen. Eine menschliche Spur auf einem Wildwechsel wird die Spur der Tiere überlagern. Die Spuren der Tiere führen in beide Richtungen und der Tracker kann das Alter der Spur mit einer Genauigkeit von 10 Stunden bestimmen, wenn er weiß, wohin die Spur des Wildes führt. Führt die Spur des Tieres nur in eine Richtung, wurden die Spuren wahrscheinlich in der letzten Nacht verursacht, nachdem das Tiers zum Wasser und bevor es sich zurück zum Ruheplatz bewegt hat.

Verhalten von Tieren.

Beim Studium des Verhaltens von Tieren bei der Futter- und Wassersuche und in seiner Bewegung kann der Tracker wertvolle Informationen zur Altersbestimmung von Zeichen sammeln. Wie bereits erwähnt, fressen, trinken und bewegen sich die meisten Tiere während der Dämmerung und Dunkelheit, während die meisten Vögel sich während des Tages ernähren. Wenn sie Zeichen hinterlassen, welche die Zeichen des Zielobjektes überlagern oder von ihnen überlagert werden, hat der Tracker ein weiteres Zeitfenster.

Neben den Störungen und Zerstörung von Maulwurfs- und Ameisenhügeln sowie den Auswurf aus Wurmlöchern, mußt du auch zerstörte Spinnweben in deine Überlegungen mit einbeziehen. Sich der Natur bewußt sein, ist die beste Hilfe bei der Altersbestimmung.

Abdrücke im Schlamm.

Merke dir immer, wie trocken eine Spur im Schlamm oder in weichen Boden ist. Ist die Spur sehr frisch, ist noch kein Wasser in die Spur des Zielobjektes gelaufen. Später wird das Wasser eindringen und noch später wird der Schlamm in der Nähe der Spur, der von der Vorwärtsbewegung des Zielobjektes bewegt wurde, zu trocknen beginnen.

Bild 29: Wie Wasser einen Fußabdruck füllt.

Aufgeworfene Erde.

Frisch aufgeworfene Erde ob gepflügt oder gegraben, hat einen eindeutigen Geruch und ein charakteristisches Aussehen. Das Wetter wird den frischen Geruch und das Aussehen beeinflussen und nach einiger Zeit völlig verschwinden lassen. Eine genauere Untersuchung frisch aufgeworfener Erde wird dir zwei Dinge zeigen:

Beim Tracken wirst du die Ähnlichkeiten zwischen Schleuder-, Rutsch- und Schlurfspuren des Zielobjektes bemerken und die frisch aufgeworfenen Erdteilchen. Schuhe und Hufe hinterlassen aufgeworfene Erde. Wenn sie noch frisch sind, ist die Oberfläche glatt mit scharf abgezeichneten Rändern. Farbe und Geruch sind unterschiedlich; eine genauere Untersuchung wird dir viele kleine Teilchen zeigen – Sandkörner, Erde und Schlamm liegen im Gleichgewicht. Werden die Spuren dem Wetter ausgesetzt, werden Wind, Sonne , Schnee und Regen die feinen Teilchen verwischen. Die Hitze der Sonne trocknet sie aus und verändert ihr Erscheinungsbild und läßt den typischen Geruch schnell verschwinden. Die Spur hat jetzt ihr Erscheinungsbild radikal geändert und wird stumpfer in der Farbe, verschwommen und unscharf.

Ist der Boden gefroren oder sehr sandig, wird er mehr wie Felsboden oder reiner Sand reagieren.

Trockene Blätter.

Führt eine frische Spur über trockenes Laub, beachte die folgende Punkte. Die durch die Spur hervorgerufene Störung der natürlichen Oberfläche äußert sich in Farbunterschieden. Die Spur bildet größere Schatten und daher eine dunklere Farbe. Umgedrehte und verschobene Blätter liegen nicht mehr im Gleichgewicht. Jedes niedergetretene Blatt wird entweder verbogen, brechen oder krümeln. Die Kanten von gebrochenen oder abgerissenen Blättern haben eine hellere Farbe als die vom Wetter beeinflußten. Auf trockenen Blättern ist die Chance, übertragenes Material zu entdecken, gut (siehe Kapitel 2). Durch Regen werden trockne Blätter in ihre natürliche Lage gedrückt und kaum Schatten werfen, Erd- und Sandteilchen und Blattreste werden weggewaschen. Du kannst also nicht mehr mit der Übertragung von Materialien rechen. Im Ungleichgewicht befindliche Blätter gehen wieder ins Gleichgewicht über und damit verschwinden auch die dunkleren Schatten. Innerhalb von 24 Stunden nach einem Regen; besonders dann, wenn die Sonne scheint, werden alle Zeichen verschwunden sein.

Zweige und Äste.

Was wir über trockenes Gras gesagt haben, gilt auch für Zweige und Äste. Zusätzlich haben die Unterseiten oft eine dunklere Farbe und tragen in Höhe der Bodenzeichen kleine Teilchen des Erdbodens an sich.

Wachsende Vegetation.

Manche Grasarten sind unterschiedlich elastisch und eine gute Kenntnis der Pflanzen und ihrer Elastizität hilft bei der Altersbestimmung. Nur durch eine längere Beobachtung und beste Kenntnisse der Pflanzenwelt im Operationsgebiet wird der Tracker diesen Faktor in seinen Überlegungen berücksichtigen können.

Frisch geschnittene Blumen in einer Vase ohne Wasser und dem Sonnenlicht ausgesetzt welken schnell und sterben ab. Mit Wasser und im Schatten sehen sie noch eine Zeit länger frisch aus. Denke an die verschiedenen Arten von Pflanzen: einige werden nach dem Schneiden und mit Wasser nur ein paar Tage, andere aber zwei Wochen frisch bleiben. Diese Unterschiede im Alterungsprozeß muß der Tracker kennen.

Dickfleischige Blätter mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt werden langsamer welken und absterben als die mit weniger Feuchtigkeit. Die Blätter an den Astspitzen sind am zartesten und altern früher als die tiefer an der Pflanze wachsenden. Pflanzen mit einem geringen Feuchtigkeitsanteil werden nach längerem Regen schnell verrotten und eine dunkle Farbe annehmen.

Der Tracker muß auch wissen, wie Pflanzen auf schneiden, brechen oder verbiegen reagieren. Saft wird austreten und sich verdicken oder eintrocknen, danach werden die Bruchstellen braun. Die Geschwindigkeit, mit der die Farbänderung abläuft, hängt von der Art der Pflanze ab und vom Wetter ab.

Vom Menschen hergestellte Objekte.

Ist das Zielobjekt ein Mensch, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Reihe von Gegenständen aus seinem Zivilisationskreis mit sich führen. Diese kann man grob in folgende Kategorien einteilen:

Wenn der Tracker einen alten oder verlassenen Lagerplatz findet, muß er das Alter bzw. die Geschwindigkeit des Alterns der dort gefundenen Gegenstände bestimmen können, um festzustellen, wann der Lagerplatz zum letzten Mal benutzt wurde. Er muß z.B. wissen, daß ein Metallgefäß, welches konstruiert wurde eine saure Flüssigkeit zu enthalten, länger blank bleibt als eines für basischer Flüssigkeiten. Die Qualität des Produktes kann u.U. aus der Bezeichnung des Herkunftslandes abgeleitet werde, auch das beeinflußt den Alterungsprozeß.

Auf jeden Fall muß der Tracker wissen, wie folgende Gegenstände altern:

Feuerstellen.

Feuerstellen sind ein wertvolles Hilfsmittel für den Tracker, vorausgesetzt, sie können seinem Zielobjekt eindeutig zugeordnet werde. Nicht nur die Hitze, die manchmal bis zu 24 Stunden von einem nicht ordnungsgemäß gelöschten Feuer ausgeht, geben Hinweise, sondern auch Änderungen des Aussehens und Farbe der Asche nach Regenfällen sowie Nahrungsreste in verschiedenen Stadien des Verfaulens .

Auswurf aus Wurmlöchern und Maulwurfshügeln.

Diese sind in den frühen Morgenstunden weich und locker; nachdem sie von der Sonne beschienen wurden, werden sie trocken. Mit dieser Kenntnis kann der Tracker ein Zeitfenster öffnen. Das Zielobjekt hat entweder auf den Auswurf getreten, bevor der Wurm/Maulwurf an die Oberfläche kam, dann überlagert seine Spur die des Tieres, oder er trat auf einen frischen Auswurf und ebnete ihn ein, oder auf einen trockenen und zerkrümelte ihn.

Ameisen und Termiten.

Sich heftig bewegende Ameisen und Termiten geben dir einen guten Hinweis auf die Zeit, in der das Zielobjekt sie aufgestört hat. Je nach dem Grad der Zerstörung, die das Zielobjekt am Ameisenhügel verursacht hat, dauert es in der Regel nicht mehr als zwei Stunden, bis der Schaden ausgebessert wurde.

Tierischer und menschlicher Kot.

Alle Tiere produzieren Kot, entweder in fester oder halbwegs fester Art. Obwohl es innerhalb der selben Art und sogar bei einzelnen Tieren Unterschiede gibt, abhängig von der Art, ihres Alters, ihrer Kondition und ihrer Nahrung, kann Kot zur Bestimmung der Tierart und, was für den Tracker noch wichtiger ist, zur Zeitbestimmung herangezogen werden. Das macht man bei der Jagd auf Tiere und auch bei der Verfolgung eines menschlichen Zielobjektes.

Die Tatsache, daß viele Tiere bestimmte Verhaltensweisen haben, oft die gleichen Abkotplätze, Wasser- und Futterstellen aufsuchen oder ihr Revier mit Duftmarken versehen, hilft dem Tracker ein Zeitfenster zu öffnen, aber nur, wenn er mit seinem Operationsgebiet sehr vertraut ist.

Geruch.

Gerüche, entweder vom Saft frisch gebrochener Pflanzen, Holzrauch in unbewegter Luft, von frisch ausgehobenen Tierbauten unter der Erde, von Kot oder gerade gesetzten Duftmarken identifizieren eine frische Spur.

Der Alterungs-Parcours.

Für die Ausbildung angehender Tracker in der Altersbestimmung von Zeichen ist die Anlage eines Alterungs-Parcours wärmstens zu empfehlen. Voraussetzung ist allerdings neben einem Gelände, das völlig ungestört von Dritten benutzt werden kann, also ein privates Gelände oder ein Truppenübungsplatz mit einem geschützten Platz, einer Hütte o.A., und ein Zeitrahmen von mindestens 2 Monaten. Der geschützte Platz nimmt alle zu untersuchenden Gegenstände in ihrem Originalzustand zu Vergleichszwecken auf, während die Duplikate in freien Gelände den Wetterbedingungen ausgesetzt sind und altern können.

Für jeden im Gelände hinterlegten Gegenstand wird eine markierte Fläche von ca. 1x1 Meter benötigt. Welche Gegenstände wo hinterlegt werden hängt von der Umgebung ab und davon, was der Tracker beobachten will.

Folgende Gegenstände werden empfohlen:

Die folgende Vorgehensweise hat sich bei der Anlage des Parcours bewährt:

  1. Zur Anlage des Feuers (denke daran, daß alles doppelt ist) wird ein Kreis von 30 cm Durchmesser aus faustgroßen Steinen angelegt. Verwende keine künstlichen Steine, geschweige denn Steine aus Flußbetten, sie fliegen dir um die Ohren. Bestücke die Feuerstelle, mit Zunder, trocknen Gras, kleinen trocknen Stöckchen, Papier und Brennstoff.
  2. Zünde beide Feuer gleichzeitig an, benutze aber mehrere Streichhölzer. Lasse die Streichhölzer bis zur Hälfte abbrennen, lösche sie und lege die Reste außerhalb des Feuerkreises auf den Boden. Füge jeden abgebrannten Streichholz ein nicht abgebranntes hinzu.
  3. Zünde eine Zigarette an und laß sie verglühen. Laß die Asche neben der Kippe liegen
  4. Zünde die Kerze an und laß sie 5-10 Minuten brennen.
  5. Verteile die Blätter, brich die grünen Äste durch und stecke sie in den Boden – drei Äste reichen aus
  6. Brich ein paar Äste durch, sorge aber dafür, daß die Fasern nicht zerstört werden und stecke sie in den Boden
  7. Säe den Samen nach Gebrauchsanweisung aus
  8. Fußspuren – grabe den Boden gründlich auf und harke die Oberfläche, so daß sie einen deutlichen Fußabdruck aufnehmen kann. Setze den Abdruck eines nackten Fußes, eines Turnschuhes und eines Kampfstiefels in den weichen Boden. Der Abdruck muß klar und deutlich sein!
  9. Eine Spur – verfahre wie bei Punkt 8, aber klebe ein Pflaster unter den nackten Fuß und klemme einen Stein in das Profil des Kampfstiefels.

Beide Stände des Parcours sind gleich, nur der Vergleichsstand muß gegen Witterungseinflüsse geschützt sein. Mit welchen Materialien das geschieht, ist dem Ausbilder überlassen, der Vergleichsstand sollte aber ein Dach und genügend Ventilation haben. Beachte dabei folgendes:

  1. Die Rückseite des Standes muß in die Hauptwindrichtung zeigen.
  2. Treibe zwei Stangen im Abstand von drei Metern in den Boden, so daß sie mindesten einen Meter herausragen.
  3. Bereite den Bau eines Zeltes aus Plastikplanen über den Stangen vor.
  4. Lege die Vergleichsgegenstände in der gleichen Reihenfolge wie im Gelände in das Zelt und zünde das Feuer an.
  5. Wenn das Feuer erloschen ist, baue das Zelt wind- und sturmsicher über den Vergleichsgegenständen auf. Es muß aber jederzeit aufgedeckt werden können, um die Vergleiche durchführen zu können,

Wenn du denkst, daß du dich nun zurücklehnen kannst, hast du dich geirrt! Nur ein regelmäßiger Vergleich der Alterung über die nächsten zwei Monate hinweg, einer sorgfältigen Protokollierung des Alterungszustandes und Vergleichens mit den Vergleichsgegenständen kannst du ein Gespür für die Materie entwickeln, um später in der Praxis nicht ganz so hilflos zu sein.

Eine genaue Altersbestimmung von Zeichen schützt dich vor frustrierenden Stunden, die du sonst für das Eliminieren falscher Fährten aufwenden mußt. Verbunden mit den Techniken des nächsten Kapitels wirst du die Anzahl der Informationen über dein Zielobjekt erheblich vergrößern können.


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